Die richtige Reinigung Ihrer Hörgeräte zu Hause kann viele Hörprobleme beheben, ohne dass Sie sie zur Reparatur bringen müssen. Wenn ein Hörgerät leiser als gewöhnlich klingt, liegt dies meist nicht daran, dass es defekt ist, sondern daran, dass Ohrenschmalz, Feuchtigkeit oder Staub den Schallaustritt blockieren.
Tatsächlich lassen sich viele der dringenden Termine, die wir erhalten, durch eine gründliche Reinigung von nur zwei Minuten erledigen. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Hörgeräte richtig reinigen, wie oft dies empfehlenswert ist und welche Fehler Sie vermeiden sollten, damit sie länger halten und weiterhin so gut klingen wie am ersten Tag.
Was Sie brauchen: das Basis-Reinigungsset
Legen Sie sich diese Utensilien bereit. Das meiste davon liegt dem Hörgerät bei, und bei uns im Fachgeschäft können Sie es nachkaufen:
- Trockenes Mikrofasertuch (niemals feucht).
- Weiche Bürste, oft mit Magnet am anderen Ende.
- Reinigungsdraht bzw. Schlauchreiniger für den Schallausgang.
- Ersatz-Cerumenfilter passend zu Ihrem Hörgerätemodell.
- Trockenbox: Trockenkapseln oder elektrisches Trockengerät.
- Luftpuster zum Ausblasen von Schläuchen und Otoplastiken.

Hörgeräte Schritt für Schritt reinigen
Schritt 1. Saubere Hände und sichere Unterlage
Schritt 2. Gehäuse und Mikrofone abbürsten
Halten Sie das Hörgerät nach unten, damit Partikel herausfallen statt hineinzurutschen, und bürsten Sie Gehäuse, Mikrofonbereich und – bei Akkugeräten – die metallischen Ladekontakte ab. Zum Schluss mit dem Mikrofasertuch nachwischen. Allein diese tägliche Gewohnheit verhindert rund 80 % aller Klangprobleme.
Schritt 3. Schallausgang und Cerumenfilter kontrollieren

Das ist der kritische Punkt. Schauen Sie sich den Schallausgang an: Wenn Sie dort einen Pfropf aus getrocknetem Ohrenschmalz sehen, schieben Sie ihn keinesfalls nach innen. Entfernen Sie ihn mit der Bürste oder wechseln Sie den Cerumenfilter mit dem beiliegenden Applikator (ein Ende zieht den alten Filter heraus, das andere setzt den neuen ein). Als Richtwert gilt: Wechsel alle 4 bis 8 Wochen, bei starker Ohrenschmalzbildung früher.
Schritt 4. Otoplastik oder Schirmchen je nach Bauform reinigen
Hier unterscheidet sich das Vorgehen deutlich. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Bauform Sie tragen, hilft Ihnen unser Beitrag zu den Unterschieden zwischen Im-Ohr-, Hinter-dem-Ohr- und RIC-Hörgeräten:
- Hinter-dem-Ohr mit Schlauch und Otoplastik: Sie können den Schlauch vom Hörgerät trennen und die Otoplastik mit lauwarmem Wasser und milder Seife reinigen. Anschließend mit dem Luftpuster trocknen und 12 Stunden ruhen lassen, bevor Sie alles wieder zusammensetzen. Das Gerät selbst kommt nie mit Wasser in Kontakt.
- RIC (Hörer im Ohrkanal): Das Silikonschirmchen wird trocken gereinigt oder ersetzt; es darf nicht eingetaucht werden, da der Hörer fest verbunden und empfindliche Elektronik ist.
- Im-Ohr-Geräte, IIC und CIC: Das gesamte Gerät ist Elektronik – also ausschließlich Trockenreinigung und besonderes Augenmerk auf den Filter. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu den unsichtbaren IIC- und CIC-Hörgeräten.
Schritt 5. Richtig trocknen und aufbewahren
Öffnen Sie abends das Batteriefach (oder legen Sie das Gerät in die Ladestation) und bewahren Sie es in der Trockenbox auf. Die Nacht in der Trockenbox ist mit Abstand die Gewohnheit, die die Lebensdauer eines Hörgeräts am stärksten verlängert.

Empfohlene Pflegeintervalle
| Wann | Was zu tun ist |
|---|---|
| Täglich | Gehäuse und Mikrofone abbürsten, mit einem trockenen Tuch abwischen und die Hörgeräte in der Trockenbox aufbewahren. |
| Wöchentlich | Den Schallausgang kontrollieren und das Schirmchen oder die Otoplastik sorgfältig reinigen. |
| Alle 4–8 Wochen | Den Cerumenfilter wechseln und das Schirmchen austauschen, wenn es hart, beschädigt oder vergilbt ist. |
| Alle 6 Monate | Eine professionelle Reinigung und elektroakustische Kontrolle im Fachgeschäft durchführen lassen. |
| Jährlich | Einen Hörtest durchführen und die Programmierung der Hörgeräte bei Bedarf fein anpassen lassen. |
6 Fehler, die Hörgeräte beschädigen
- Nass machen oder Feuchttücher verwenden. Wasser dringt über Mikrofone und Hörer ein.
- Alkohol, Aceton oder Desinfektionsmittel benutzen. Sie greifen das Gehäuse an und lösen die Beschriftung.
- Mit Föhn, Mikrowelle oder Heizkörper trocknen. Hitze verformt Schläuche und schädigt die Elektronik.
- Spitze Gegenstände (Nadeln, Zahnstocher) in den Schallausgang oder ins Ohr einführen.
- Im getragenen Zustand reinigen: immer in der Hand und über einer weichen Unterlage.
- Im Badezimmer aufbewahren: der feuchteste Raum der Wohnung.
Zusätzliche Pflege an der Küste
Wann Sie ins Fachgeschäft kommen sollten
Häufige Fragen
Nein. Nur die Otoplastik eines Hinter-dem-Ohr-Geräts darf – vom Schlauch getrennt – mit lauwarmem Wasser und milder Seife gereinigt und 12 Stunden lang vollständig getrocknet werden.
Alle 4 bis 8 Wochen. Wenn der Klang plötzlich abfällt und sich nach dem Wechsel wieder erholt, sollten Sie es häufiger tun.
Ausschalten, Batterie entnehmen, mit einem Tuch abtrocknen und 24 bis 48 Stunden in die Trockenbox legen. Keine Hitze verwenden und bis dahin nicht einschalten.




