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Von Sandra Meyer, Hörakustikerin (spanische Qualifikation als Audioprotesista), Reg.-Nr. 2822 der Berufskammer der Gesundheitstechniker der Region Valencia · Veröffentlicht am 7. Oktober 2026
Das Audiogramm zeigt das Ergebnis eines Hörtests: wie gut Sie hören, von tiefen bis zu hohen Tönen, für jedes Ohr einzeln. Der Test selbst tut nicht weh – Sie achten auf leise Pieptöne und sprechen einige Wörter nach. Hier erklären wir jeden Schritt und wie man das Audiogramm liest, damit Sie verstehen, was Ihr Hörakustiker Ihnen dazu sagt.
1. Was ein Hörtest ist – und warum er keinen Arztbesuch ersetzt
Ein Hörtest (Audiometrie) misst Ihr Gehör: welche Töne Sie hören, ab welcher Lautstärke und wie gut Sie Wörter verstehen. Er ist einfach und schmerzfrei. Sie sitzen dabei in einer Hörkabine oder in einem ruhigen Raum.
Der Test zeigt, wie Sie hören, und ob ein Hörgerät Ihnen helfen kann. Er ist keine ärztliche Diagnose. Wenn wir etwas sehen, das sich ein Arzt ansehen sollte – etwa einen Hörverlust nur auf einem Ohr oder eine plötzliche Verschlechterung –, sagen wir es Ihnen und empfehlen Ihnen einen HNO-Arzt.
2. Vor dem Test: ein kurzes Gespräch und ein Blick ins Ohr
Zuerst sprechen wir miteinander. Wir fragen, was Ihnen auffällt, seit wann und in welchen Situationen: beim Fernsehen, im Restaurant, am Telefon.
Dann schauen wir mit einem Otoskop ins Ohr, einer kleinen Lampe mit Lupe. So sehen wir, ob ein Ohrenschmalzpfropf im Weg ist. Wenn ja, wäre das Testergebnis nicht zuverlässig. Wir sagen es Ihnen und verweisen Sie an einen Arzt, der ihn entfernt. Danach kommen Sie wieder und wir machen den Test.
3. Tonaudiometrie

Sie setzen einen Kopfhörer auf und hören Pieptöne, tiefe und hohe, die immer leiser werden. Sobald Sie einen hören, heben Sie die Hand oder drücken einen Knopf. So wissen wir, welchen leisesten Ton Sie bei jeder Tonhöhe hören. Das nennt man Luftleitung.
Danach wiederholen wir den Test mit einem kleinen Vibrator hinter dem Ohr. Das ist die Knochenleitung: Der Schall gelangt über den Knochen ins Innenohr, am Außen- und Mittelohr vorbei. Der Vergleich beider Messungen zeigt, wo der Hörverlust herkommt.
Zum Schluss messen wir, ab welcher Lautstärke Ihnen Schall unangenehm wird. Das ist wichtig: Ein Hörgerät muss laut genug sein, darf aber nie unangenehm werden.
4. Sprachaudiometrie: Hören heißt noch nicht Verstehen
Manche Menschen hören die Töne, verstehen die Wörter aber nicht gut. Deshalb machen wir einen zweiten Test: Sie hören Wörter und sprechen sie nach. So messen wir, wie viel Sie verstehen – nicht nur, wie viel Sie hören.
„Ich höre, aber ich verstehe nicht“ – diesen Satz hören wir sehr oft. Der Test zeigt, ob das auf Sie zutrifft.
Wenn Sie zusätzlich ein Pfeifen oder Rauschen im Ohr bemerken, finden Sie mehr dazu auf unserer Seite zu Tinnitus.
5. Verstehen bei Hintergrundgeräuschen: der ACT-Test
Viele Menschen hören zu Hause gut, verlieren aber im Restaurant oder beim Familienessen den Faden. Dafür gibt es den ACT-Test. Er misst, wie gut Sie Sprache bei Hintergrundgeräuschen verstehen. Wenn Ihnen das am schwersten fällt, sagen Sie es uns bei der Terminvereinbarung.
6. So liest man ein Audiogramm

Das Audiogramm ist die Grafik, in die wir die Ergebnisse eintragen:
- Von links nach rechts die Tonhöhen: links die tiefen, rechts die hohen Töne.
- Von oben nach unten die Lautstärke: oben leise, unten laute Töne. Je tiefer die Markierung, desto lauter muss der Ton sein, damit Sie ihn hören.
- Jedes Ohr hat sein Zeichen: meist ein roter Kreis für das rechte und ein blaues Kreuz für das linke Ohr.
Viele Konsonanten wie „s“, „f“ oder „t“ sind hohe, leise Laute. Wenn hohe Töne schwer zu hören sind, merkt man zwar, dass jemand spricht, versteht aber die Wörter schlechter.
Diese Erklärung soll Ihnen helfen zu verstehen, was Ihnen Ihr Hörakustiker erklärt. Sie ist nicht dazu da, das eigene Audiogramm allein auszuwerten: Das Ergebnis wird zusammen mit allen anderen Tests beurteilt.
7. Wann gilt ein Audiogramm als normal?
Die Weltgesundheitsorganisation teilt das Gehör nach dem Mittelwert des besseren Ohres ein:
| Grad | Mittelwert |
|---|---|
| Normales Gehör | unter 20 dB |
| Leichter Hörverlust | 20 bis unter 35 dB |
| Mittelgradig | 35 bis unter 50 dB |
| Mittelgradig bis schwer | 50 bis unter 65 dB |
| Schwer | 65 bis unter 80 dB |
| Hochgradig | 80 bis unter 95 dB |
| Vollständig | 95 dB oder mehr |
Der Grad ist nur ein Teil. Zwei Menschen mit dem gleichen Audiogramm können Sprache sehr unterschiedlich verstehen, vor allem bei Störgeräuschen. Deshalb betrachten wir alle Tests zusammen.
Kostenloser Hörtest. Für den ersten Besuch nehmen wir uns eine bis anderthalb Stunden Zeit. Es tut nicht weh, ist unverbindlich, und danach erklären wir Ihnen das Ergebnis.
Zum Hörtest8. Reicht ein Online-Hörtest? Und wie es nach dem Test weitergeht
Hörtests im Internet oder per App können einen ersten Eindruck geben. Sie können aber weder die Lautstärke Ihrer Kopfhörer noch die Geräusche im Raum kontrollieren und messen weder die Knochenleitung noch das Sprachverstehen. Einen vollständigen Hörtest ersetzen sie nicht.
Nach dem Test zeigen wir Ihnen das Audiogramm direkt vor Ort und erklären, was es für Ihren Alltag bedeutet. Wenn Sie eine Kopie möchten, fragen Sie einfach. Wenn Sie kein Hörgerät brauchen, sagen wir es Ihnen. Wenn Sie frühere Audiogramme haben, bringen Sie sie mit – wir vergleichen sie.
- Weltgesundheitsorganisation. World report on hearing (2021): Einteilung der Grade des Hörverlusts.
Unser Team erstellt diese Ratgeber mit Hilfe von Werkzeugen der künstlichen Intelligenz; eine eingetragene Hörakustikerin prüft und genehmigt sie vor der Veröffentlichung.